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29. Juli 2016 von Sieveking Verlag

Ausflüge zu spannenden Museen

Ausflüge zu spannenden Museen

Sommerzeit, Ferienzeit, Ausflugszeit: Bereits zum 22. Mal findet jetzt in Brandenburg das Kunstfestival Rohkunstbau statt. Elf Künstler und Künstlerinnen, unter anderem aus Deutschland, Kuba, China, Frankreich und Syrien, stellen im Barockschloss Roskow, knapp 60 km vom Berliner Zentrum entfernt, aus. In der Ausstellung „Zwischen den Welten – Between the Worlds“ geht es um die Kindheit als besonderen Bewusstseinszustand und prägende Phase der menschlichen Entwicklung – teilweise auch unter den sehr speziellen Vorzeichen von Flucht und Migration. Die Künstler erforschen auf Gemälden, Zeichnungen, in Skulpturen und in bewegten Bildern die Lebens- und Gefühlswelten von Kindern im 21. Jahrhundert. Die historischen Räume des Schlosses liefern dafür einen eindrucksvollen Rahmen. Wem nach so viel Kunstgenuss nach einer Abkühlung zumute ist, dem seien die zahlreichen Badeseen in der Umgebung des Schlosses empfohlen.

 

XXII. Rohkunstbau „Zwischen den Welten – Between the Worlds“
bis 18. September 2016, Sa und So 12–18 Uhr
Schloss Roskow
Dorfstraße 30
40778 Roskow 
www.rohkunstbau.de

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Poul Gernes, Louisiana Museum of Modern Art

Poul Gernes, Louisiana Museum of Modern Art

Immer eine Reise wert: Rund 35 km nördlich vom Kopenhagener Zentrum im Örtchen Humlebæk, direkt am Öresund gelegen, befindet sich das 1958 gegründete Louisiana Museum of Modern Art – eine der weltweit wohl schönsten Synthesen zwischen Architektur, Landschaft und Kunst. Vom felsigen Hochufer aus sieht man sogar die schwedische Küste. Aus Anlass seines 20. Todestages zeigt das Museum in diesem Sommer eine Einzelausstellung zum höchst individualistischen Werk des dänischen Künstlers Poul Gernes (1925 –1996). Der für seine farbenfrohen und experimentierfreudigen Zielscheibenbilder bekannte Künstler entwickelte seine Arbeiten und Raumgestaltungen aus den Traditionen von Konstruktivismus, Minimalismus und Pop-Art. Die Ausstellung stellt eindrucksvoll unter Beweis, dass er keineswegs Kunst für eine vermögende Sammlerelite schaffen wollte. Kunst war für den auch von der Hippie-Bewegung beeinflussten Poul Gernes immer auch soziale Praxis. So hat er auch ein farbenfrohes Krankenhaus, Fassadengestaltungen und zahlreiche Arbeiten mit bunten Fahnen und Textilien geschaffen. Als besondere Hommage an Gernes hat das Museum in seinem Skulpturenpark eine sechs Meter hohe Holzpyramide realisiert. Diese soziale Plastik, die vom Publikum erklommen werden darf, war ursprünglich für die Kopenhagener Innenstadt konzipiert worden, wurde dort aber leider nie realisiert. Unbedingt sehenswert ist aber auch die ständige Sammlung des Louisiana Museums mit dänischer, europäischer und amerikanischer Kunst, die nach 1945 entstanden ist. Das Spektrum reicht hier von Picasso über Kandinsky, Warhol oder Lichtenstein bis hin zu Pipilotti Rist und Doug Aitken. Der Clou: An den langen skandinavischen Sommerabenden hat das Museum von Dienstag bis Freitag immer bis 22 Uhr geöffnet.

 

Poul Gernes: „I cannot do it alone – want to join in?“
bis 16.10.2016, Di–Fr 11–22 Uhr, Sa und So 11–18 Uhr, Mo geschlossen
Museum Louisiana
Gl. Strandvej 13
3050 Humlebæk
Dänemark
www.louisiana.dk

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Museum Kunst der Westküste

Museum Kunst der Westküste

Von der Ostsee an die Nordsee: Vom kleinen Hafen in Dagebüll fährt das Schiff circa 45 Minuten bis zur Insel Föhr. Im kleinen Örtchen Alkersum eröffnete 2009 das Museum Kunst der Westküste. Das sehenswerte Privatmuseum geht auf die Initiative und Stiftung des von der Insel stammenden Pharmaunternehmers Frederik Paulsen jun. zurück. Die aus den eigenen Beständen entwickelte Hauptausstellung „Max Liebermann und Zeitgenossen“ umfasst mehr als 80 Werke. Rund die Hälfte davon sind Neuerwerbungen und Zustiftungen, die in den letzten drei Jahren Eingang in die kontinuierlich wachsende, mittlerweile rund 680 Werke umfassende Sammlung des Museums gefunden haben. Dem Sammlungsschwerpunkt des Hauses entsprechend, stehen natürlich maritime Themen im Fokus der Präsentation. Außerdem zu sehen: Die Ausstellung „Über die Tiefe“ des in Husum geborenen Hamburger Malers Jochen Hein mit verblüffend realistisch wirkenden Ansichten von der geheimnisvollen Oberfläche des Meeres. 2015 war Hein als Artist in Residence zu Gast in Alkersum.

 

 Max Liebermann und Zeitgenossen, bis 11.9.2016
Jochen Hein. Über die Tiefe, bis 8.1.2017
Di–So 10–17 Uhr, Mo geschlossen
Museum Kunst der Westküste
Hauptstraße 1
25938 Alkersum/Föhr
www.mkdw.de

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Franz Marc Museum

Franz Marc Museum

Zum Abschluss unserer kleinen Sommerreise geht es nach Bayern: 2016 jährt sich zum 100. Mal der Todestag von Franz Marc. Das Franz Marc Museum in Kochel am See widmet dem expressionistischen Maler daher die Ausstellungstrilogie „Franz Marc – Zwischen Utopie und Apokalypse“. Noch bis zum 11. September ist jetzt der zweite Teil „Weidende Pferde IV“ zu sehen, der sich mit Marcs Vorliebe für Tierdarstellungen beschäftigt. Hauptattraktion des Hauses ist aber die großartige Sammlung mit zahlreichen Werken Franz Marcs im Dialog mit Arbeiten seiner Zeitgenossen, aber auch Vertretern der deutschen Nachkriegsabstraktion. Doch auch die zeitgenössische Kunst kommt hier nicht zu kurz. Ebenfalls noch bis zum 11. September ist die besinnliche Videoinstallation „Playing to the Birds“ der 1984 geborenen Hamburger Künstlerin Annika Kahrs zu sehen. Zur Klaviermusik von Franz Liszt begibt sich die Künstlerin auf die Spuren des heiligen Franz von Assisi, der einst zu den Vögeln predigte. So schließt sich dann auch der Kreis zum Werk von Franz Marc, der ebenfalls ein großes Einfühlungsvermögen in die Welt der Tiere besaß. Das Franz Marc Museum befindet sich nahe dem letzten Wohnsitz des Künstlers in einem um 1900 errichteten Haus mit großräumigem Park in Kochel am See, rund 70 Kilometer südlich von München. Es wurde im Jahr 2008 um einen modernen Erweiterungsbau ergänzt. Museum und Park bieten einen traumhaften Blick auf den Kochelsee. Demjenigen, der noch mehr entdecken möchte, seien die neun Stationen des Kunstspaziergangs empfohlen. Er führt zu markanten Orten, die Franz Marc zu einigen seiner farbenprächtigen Bilder inspirierten. Aber auch sein schlichtes Grab auf dem Dorffriedhof ist Bestandteil des Parcours.

 

„Franz Marc – Zwischen Utopie und Apokalypse. Weidende Pferde IV“
Annika Kahrs: „Playing to the Birds“,
beide Ausstellungen bis 11. September 2016, Di–So 10–18 Uhr, Mo geschlossen
Franz Marc Museum. Kunst im 20. Jahrhundert,
Franz-Marc-Park 8–10
82431 Kochel am See
www.franz-marc-museum.de

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Der Beitrag wurde von Nicole Büsing & Heiko Klaas geschrieben.