Agentur
31. August 2016 von Sieveking Verlag

Geocaching

Geocaching

Es gibt sie noch, die Abenteuer- und Entdeckerlust – auch in uns modernen Großstadtnomaden. Vielleicht ist sie gerade bei uns besonders ausgeprägt. Ein Satz wie der von Charles Evans: „Ich hätte auch nichts gegen eine Party, aber ich bin lieber in den Bergen“, steht sicherlich für viele von uns und trifft eigentlich den heutigen Zeitgeist unserer Gesellschaft ganz gut. Der Wunsch nach Freiheit und Abenteuer in der Natur ist dabei besonders ausgeprägt. Es können zwar nicht immer die Berge sein, es genügt uns oft auch ein Erlebnis im Großstadtdschungel. Warum wir immer auf der Suche nach neuen Entdeckungen sind, ist eine Fragestellung für sich, die an anderer Stelle sich zu erörtern lohnt. In diesem Newsletter möchten wir uns nur einer Form des modernen Entdeckens und Zeitvertreibens widmen: dem Geocaching.

Die Umstände für uns Entdecker haben sich natürlich im Laufe der Jahrhunderte geändert, und das Equipment und die Herausforderungen sind auch ganz anders als sie damals für Alexander von Humboldt, David Livingstone oder James Cook waren. Der Abenteurer des 21. Jahrhunderts steigt heute an irgendeinem abgelegenen Ort mit Digitalkamera und Handy ausgerüstet aus dem Flugzeug. Meist ist ein Smartphone unser Kompass, unsere Landkarte, unser Notizbuch und unser Stift in einem. Da es immer schwieriger wird – wegen der Globalisierung und unseren technischen Möglichkeiten, unberührte Flecken auf der Landkarte zu entdecken, haben sich neue Formen innerhalb des Kosmos der großen Entdecker für Forschungsreisen und Abenteuer herausgebildet, so zum Beispiel das Letterboxing, aus dem das moderne Geocaching hervorging.

Die Regeln vom Geocaching sind im Grunde ganz simpel, und jeder kann jederzeit mitmachen. Der Begriff setzt sich dabei aus dem griechischen Wort „geo“ (Erde) und dem englischen Wort „Cache“ (Versteck) zusammen. Es lässt sich als eine Art moderne Schnitzeljagd beschreiben und basiert auf Satellitennavigation (GPS). In aller Kürze: Es gibt weltweit Menschen, die Boxen mit kleinen Dingen (sog. Trackables) sowie einem Logbuch verstecken. Dieses Versteck veröffentlichen sie dann in Form von Koordinaten im Internet auf einer gemeinsamen Datenbank (z.B. geocaching.com). Andere Nutzer verwenden ein GPS-Gerät (z.B. ihr Smartphone), um die Schätze (sog. Caches) zu finden. Wenn sie den Cache gefunden haben, wird eine Kleinigkeit aus dem Inhalt ausgetauscht, der Besuch geloggt (d.h. ein Eintrag im Logbuch getätigt) und die Box wieder an der ursprünglichen Stelle versteckt, sodass der nächste Abenteurer auf Schatzsuche gehen kann ….

Der Schwierigkeitsgrad der Schatzsuche, die Erreichbarkeit des Verstecks und die Form des tatsächlichen Caches variieren sehr stark. Die einfachsten Geocaches kann man bei einem Spaziergang finden, die verrücktesten Geocaches sind an Orten versteckt, die man nur schwer erreichen kann und bei denen man eine Ausrüstung bei der Schatzsuche benötigt (auf dem Gipfel von Bergen oder auf dem Meeresgrund). Der Vielfältigkeit und der Kreativität bei den Verstecken sind dabei keine Grenzen gesetzt. Der Geocache an sich variiert auch in seiner tatsächlichen Größe stark. Diese liegt oft zwischen Nano-Caches (winzige Behälter, die kleiner sind als eine Ein-Euro-Münze), und Large-Caches, also ganz großen Behältern.

Während früher ein Abenteurer seine Entdeckungen und Erfahrungen in Notizbüchern und später auch mit analogen Kameras festgehalten hat, postet der heutige Abenteurer sein Erlebnis in den sozialen Medien. Es gibt eigene Blogs und Facebook-Gruppen, die sich nur um originelle Verstecke und deren Erreichbarkeit drehen. Dass der Hype um das Geocaching sehr groß und vor allem weitverbreitet ist, zeigen die 2,6 Mio. versteckten Geocaches weltweit. Davon findet mal allein in NRW 50.000 Stück. Geocaching ist ein aufregendes Hobby für jedermann, das uns alle zu Abenteurern macht. Es lohnt sich, mindestens einmal einen Cache zu suchen! Vielleicht schon diesen Herbst!? Viel Spaß beim Entdecken.

Ronja Matt, Assistenz der Geschäftsführung & Leitung Marketing