Entdeckung

Emma Watson »Das Geschlecht als Spektrum«

Emma Watson

»Das Geschlecht als Spektrum«

Mit ihrem ersten Auftritt als altkluge Zauberin Hermine in der Harry-Potter-Filmreihe wurde die britische Schauspielerin Emma Watson 2001 mit gerade mal elf Jahren zum Superstar. 2014 hat Emma Watson in New York eine eindrucksvolle Rede zum Feminismus gehalten und dabei ihre Kampagne #HeForShe offiziell gestartet.

Die #HeForShe-Kampagne

Fortan stand der Hollywood-Neuling im Licht der Weltöffentlichkeit und war in sieben weiteren Verfilmungen der Fantasyromane von J. K. Rowling zu sehen. Nachdem der letzte Teil der Saga abgedreht war, widmete Watson sich ihrem Studium an der Brown University in Rhode Island, dass sie 2014 abschloss – und fing an, sich in der Frauenbewegung zu engagieren.

In ihrer Funktion als Sonderbotschafterin für UN Women bereist sie seither Länder wie Uruguay und Malawi, um sich dort für die Belange von Frauen stark zumachen. 2016 rief sie unter großer medialer Aufmerksamkeit den feministischen Online-Buchclub »Our Shared Shelf« (Unser geteiltes Bücherregal) ins Leben, der nach ein paar Wochen bereits 100 000 Mitglieder verzeichnete.

Ein Jahr zuvor nahm das Nachrichtenmagazin TIME sie in seine alljährliche Liste der 100 einflussreichsten Persönlichkeiten der Welt auf, dies besonders aufgrund ihrer Verdienste um die Gleichberechtigung von Frauen und Mädchen. 2014 gab Watson vor den Vereinten Nationen in New York City den offiziellen Startschuss für die #HeForShe-Kampagne. Ziel von #HeForShe ist es, Männer stärker in die Diskussion um eine Gleichstellung der Geschlechter mit einzubeziehen.

Das Video von Watsons Rede, in der sie die negativen Auswirkungen von Rollenklischees auf Frauen wie auf Männer hervorhebt, wurde auf YouTube binnen kürzester Zeit millionenfach angeklickt. An einer ergreifenden Stelle verweist Watson auf Hillary Clinton, die im Jahr 1995 Frauenrechte zu Menschenrechten erklärte und betonte, wie viel noch zu tun sei.

Das Wort »Feminismus«, so die Schauspielerin, werde allzu oft mit »Männerhass« in Verbindung gebracht, dabei litten Männer genauso sehr unter einer Welt ohne Gleichberechtigung. #HeForShe will Männer und Jungen für den Kampf um Frauenrechte solidarisieren, da dieser alle Geschlechter angeht. Quer durch die Gesellschaft sollen Mistreiter und Verbündete in Sachen Gleichstellung gewonnen werden.

Einen Auszug aus Watsons Rede zum Kampagnenauftakt von #HeForShe hörst Du hier:

Die Rede in Textform

Dass auch Männer in Geschlechterstereotypen gefangen sind, darüber wird oft kein Wort verloren. Dabei ist das im Grunde doch vollkommen klar, und wenn Männer frei sind, wird sich auch für uns Frauen automatisch etwas ändern. Wenn Männer nicht mehr aggressiv sein müssen, um akzeptiert zu werden, fühlen Frauen sich nicht mehr gezwungen, sich ständig zu fügen. Wenn Männer nicht mehr beherrschen müssen, müssen Frauen nicht mehr beherrscht werden. Männer wie Frauen sollen Gefühle zeigen dürfen. Männer wie Frauen sollen sich stark fühlen dürfen.

Es ist an der Zeit, dass wir Geschlecht als Spektrum begreifen, nicht als zwei gegensätzliche Lebensentwürfe. Wenn wir einander nicht mehr darüber definieren, was wir nicht sind und stattdessen darüber, was wir sind – dann können wir alle freier leben, und darum geht es bei HeForShe. Um Freiheit. Ich will, dass Männer sich dieser Aufgabe annehmen. Damit ihre Töchter, Schwestern und Mütter nicht mehr unter Vorurteilen zu leiden haben, aber auch, damit ihre Söhne sich in Zukunft trauen, verletzlich und mitfühlend zu sein. Diese vergessenen Seiten an sich gilt es zurückzuerobern, um dabei als Mensch wahrhaftiger und vollkommener zu werden.

(…) Es ist nicht leicht, einen Begriff zu finden, der uns eint, aber zum Glück gibt es dafür nun eine Bewegung. Sie nennt sich HeForShe. Ich will Sie ermutigen, nach vorne zu treten, um in aller Öffentlichkeit das Wort zu ergreifen, um der »Er« für »Sie« zu sein. Und sich zu fragen: Wenn nicht ich, wer dann? Wenn nicht jetzt, wann?

»Das Geschlecht als Spektrum«

By: Emma Watson

Die meisten Reden in diesem Buch stammen aus der Zeit nach den 1830er-Jahren. In diesem Jahrzehnt fanden Frauenrechtlerinnen in der westlichen Welt erstmals den Weg auf öffentliche Bühnen – wo sie bis dahin keine nennenswerte Rolle gespielt hatten. Die Reden in »Wenn nicht ich, wer dann?« sollen Inspiration und Kraft schenken. Viel Spaß beim Schmökern!

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