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Kiribati – eine Inseltwelt verschwindet im Meer

Kiribati

Eine Inselwelt versinkt im Meer

In Kiribati sind die Folgen der Klimaerwärmung keine Theorie, sondern existenzbedrohende Realität. Stimmen die Prognosen der Wissenschaftler, ist Kiribati die erste Nation der Welt, die dem Klimawandel zum Opfer fällt. Schon in wenigen Jahrzehnten soll der steigende Meeresspiegel die 32 Atolle und Riffinseln überspült haben.

Kiribati ist ein Inselstaat im weiten Blau des Pazifischen Ozeans. Er setzt sich aus 32 Atollen und drei Inselgruppen zusammen, die auf halbem Weg zwischen Hawaii und Australien liegen. Die größte und bekannteste unter den zahlreichen Koralleninseln ist Kiritimati (ein zu Kiribati gehörendes Atoll), auf der James Cook am 24. Dezember 1777 an Land ging und sie deshalb die »Weihnachtsinsel« nannte.

Kiribatis Inselwelt ist in den letzten Jahren zu trauriger Berühmtheit gelangt: Klimaforscher haben errechnet, dass bei dem zu erwartenden Anstieg des Meeresniveaus die Koralleninseln im Meer versinken werden. Als Alice Piciocchi und Andrea Angeli davon hörten, reifte in ihnen der Wunsch, für zwei Monate dort hinzureisen. In »Kiribati – eine Inselwelt verschwindet im Meer« geben sie einen Einblick in die Lebens- und Gefühlswelt der Menschen von Kiribati.

Die Ehe

Kultur

© Andrea Angeli

In der Regel heiraten Männer mit 24 Jahren. Nur 4% der heiratsfähigen Männer sind nach dem 30. Lebensjahr noch Single.

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Frauen heiraten in der Regel früher als Männer, etwa mit 21 Jahren. Nur 3% sind nach dem 30. Lebensjahr noch Single.

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Um heiraten zu können, muss man mindestens 16 Jahre alt sein. Ein Paar gilt auch dann als verheiratet, wenn die Verbindung noch nicht legitimiert oder registriert wurde. Noch immer werden Ehen gelegentlich auch arrangiert.

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Die Scheidung wird traditionell anerkannt, wenn sie einvernehmlich erfolgt. Geregelt ist sie in einem Gesetz von 1948. Epilepsie, Demenz und Geschlechtskrankheiten werden ebenfalls als Scheidungsgrund anerkannt.

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Frauen in den Vierzigern sind häufiger verwitwet als gleichaltrige Männer. Denn die Männer haben eine geringere Lebenserwartung und heiraten später.

© Andrea Angeli

Traditionsgemäß heiratet eine Witwe den nächsten unverheirateten Verwandten ihres verstorbenen Mannes. Ehen zwischen Schwager und Schwägerin oder Ehen mit größerem Altersunterschied sind daher nicht selten.

Früchte
in Kiribati

Umwelt

Früchte, die in Kiribati nicht erhältlich sind:

(1)Melone, (2)Apfel, (3)Feige, (4)Ananas, (5)Brombeere, (6)Orange, (7)Heidelbeere, (8)Kiwi, (11)Kirsche, (12)Banane, (13)Aprikose, (14)Erdbeere, (16)Walnuss, (19)Pfirsich, (20)Avocado, (21)Birne, (22)Traube, (24)Granatapfel, (25)Kaki


Früchte, die in Kiribati erhältlich sind:

(9)Kochbanane, (10)Brotbaumfrucht, (15)Limette, (17)Schraubenbaumfrucht, (18)Kokosnuss, (23)Papaya

Die
Riesenmuschel

Umwelt

Auf den Gilbert-Inseln findet man die Riesenmuschel namens »tridacninae gigas«. Sie ist auch unter dem Namen »Mördermuschel« bekannt, da ihr – fälschlicherweise – nachgesagt wird, sie würden nach Tauchern oder anderen Lebewesen schnappen. Tatsächlich ist die Schließbewegung der Muschel recht langsam. Im asiatischen Raum besteht der Glaube, dass der Verzehr des Muschelfleisches, insbesondere des Schließmuskels, aphrodisierende Wirkung habe. Die Bestände der Riesenmuschel sind daher wegen Überfischung bedroht. Aus Kiribati wird sie deshalb nicht mehr exportiert.

Dieses Buch soll ein Zeugnis sein. Eine Sammlung jener Merkmale, die die soziale und kulturelle Struktur ausmachen. Eine Momentaufnahme, die man im Falle einer – wahrscheinlichen, möglichen, theoretischen – Umsiedlung mit sich tragen kann.

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