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Paul Gauguin – Die Sehnsucht nach dem Paradies

Paul Gauguin – Die Sehnsucht nach dem Paradies

Sein Leben lang sehnt sich Gauguin danach, das Paradies auf Erden zu finden. Nach bewegten Lebensstationen in Frankreich, Peru, Dänemark, Panama und Martinique erhofft er 1891, in Tahiti sein Paradies zu finden.

Tahiti I

1891–1893

Am 9. Juni 1891, zwei Tage nach Gauguins 43. Geburtstag, schiffte Gauguin sich nach Tahiti ein. Dort angekommen, musste er feststellen, dass die Realität mit seinen Erwartungen in keiner Weise übereinstimmte. Was er zu Gesicht bekam, ähnelte ganz und gar nicht den paradiesischen Bildern, die ihm die Informationsbroschüren und die Romane des bekannten Schriftstellers Pierre Loti versprochen hatten: keine Strohhütten, wie er sie auf der Weltausstellung gesehen hatte. Am Kai standen Häuser im europäischen Stil und die Frauen der Stadt trugen europäische Kleidung.

Diese Enttäuschung versuchte Gauguin in seiner Kunst zu kompensieren, in der er die erträumte exotische Schönheit der polynesischen Landschaft und deren Ureinwohner in farbenprächtigen Gemälden und ausdrucksstarken Skulpturen feierte und sich dabei auch von den Mythen und der Bildsprache der Südseevölker inspirieren ließ.

Nafea Faa Ipoipo (Wann heiratest Du?), 1892
© Privatsammlung

Teha'amana

Sehnsucht, Südsee, Sünde

Auf der Flucht vor der europäischen Zivilisation mietete Gauguin eine Hütte in dem Dorf Mataiea, 40 km von Papeete entfernt. Er lernte – mit mäßigem Erfolg – die Landessprache und wünschte sich sehnlichst eine tahitianische Frau für sein Paradies. Er fand sie auf einer Entdeckungsreise zu Pferd entlang der Ostküste der Insel. Teha’amana wurde ihm von der eigenen Mutter übergeben, die offensichtlich der Ansicht war, einen reichen Franzosen vor sich zu haben. Das Mädchen, war nach Aussage Gauguins 13 Jahre alt – für tahitianische Verhältnisse ein ideales Heiratsalter.

Während dieses Aufenthalts begann Gauguin mit den Arbeiten an seinem Buch Noa Noa (Duft). In dieser Beschreibung seines Lebens auf Tahiti mischt sich Erlebtes mit Erfundenem; auch war es seine Absicht, mit dem Buch beim europäischen Publikum Verständnis für seine Kunst zu wecken. Noa Noa, das Gauguin selbst illustrierte, erschien 1897.

Merahi metua no Teha`amana (Teha`amana hat viele Eltern), 1893
© The Art Institute of Chicago

Tahiti II & Hiva Oa

1895–1901 & 1901–1903

Aus finanziellen und gesundheitlichen Gründen musste Gauguin 1893 Tahiti wieder verlassen und nach Frankreich zurückkehren. Auch in Paris blieb aber der erhoffte Erfolg beim Publikum aus. So beschloss er im Sommer 1895, erneut nach Tahiti aufzubrechen. Hier entstanden viele bedeutende Bilder, in denen Gauguin seiner Idealvorstellung von einer unberührten Welt in vollendeter Weise Ausdruck verlieh.

Gauguins Gesundheitszustand verschlechterte sich indes rapide. Auch seine finanzielle Situation war besorgniserregend. Anfang 1897 erhielt er den Erlös aus einem Verkauf von Bildern in Europa, was ihm einen vorübergehend finanziellen Aufschwung brachte; seine Gesundheit aber verschlechterte sich weiter. Die Nachricht vom Tod seiner Tochter Aline, die in Kopenhagen an einer Lungenentzündung gestorben war, verstärkte seine Schwermut zusätzlich. Trotz seiner schweren Erkrankung siedelte er 1901 nach Atuona auf die Marquesas-Insel Hiva Oa über, wo er am 8. Mai 1903 verstarb.

»Der Gauguin-Atlas« ist eine Reise durch das künstlerische Werk und an alle Orte, an denen dieser bedeutende Künstler und Kosmopolit gelebt hat. Ein »Scrapbook«, reich an historischen Fotos, Briefen, Landkarten, Bildern und Gemälden. Eine kleine Kulturgeschichte! Nach »Der große Van-Gogh-Atlas« ist dies das zweite Buch einer spannenden Reihe über große Künstler und ihre bewegten Lebensgeschichten.

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