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Wenn nicht ich, wer dann? – Große Reden großer Frauen

Wenn nicht ich,
wer dann?

Große Reden großer Frauen

Große Männer halten große Reden – und Frauen etwa nicht? »Wenn nicht ich, wer dann?« blickt auf Reden bekannter Frauen, die zu wichtigen Themen das Wort ergriffen haben. Diese Zitate sollte man(n) sich merken.

»Fällt Ihnen eine Rede von einer Frau ein?« Genau diese Frage stellte Autorin Anna Russell an ihren Bekanntenkreis und ahnungslose Fremde, als sie mit der Recherche zu ihrem Buch begann. »Hatte Sojourner Truth da nicht etwas gesagt?« oder »Was war es noch mal, das Virginia Woolf so gewandt in Worte gefasst hatte?« hörte Anna Russell wiederum als Antwort. Nach intensiver Arbeit, konnte die Autorin eine beeindruckende Sammlung wegweisender Reden in nur einem Buch bündeln: Sie sind mal witzig, mal wortgewandt, persönlich, kompromisslos oder furios.

Autorin des Buches: Anna Russell

Malafa Yousafzai

2012 saß die 15-jährige Malala Yousafzai in einem Bus in Pakistan. Sie war auf dem Heimweg von der Schule, als zwei Mitglieder der Taliban das Fahrzeug stoppten und dreimal auf sie schossen. Eine Kugel trat in ihren Kopf ein und  wieder aus, was zu einer teilweisen Lähmung ihres Gesichts führte. Sie wurde in ein pakistanisches Krankenhaus geflogen und später ins englische Birmingham verlegt, wo sie dank intensiver Behandlung überlebte. Yousafzais Geschichte und ihr außergewöhnlicher Mut erregten weltweit Aufsehen. Vor dem Angriff hatte sie sich einen Namen als lautstarke Kritikerin des Schulverbots für Mädchen gemacht, das die Taliban verhängt hatten. Sie beklagte die Zerstörung hunderter Schulen in ihrer Heimatregion Swat. Ihre Kritik äußerte sie im Lokalfernsehen und begann, für die BBC anonym über ihre Erfahrungen zu bloggen. In ihrer Dankesrede für den Friedensnobelpreis, den sie 2014 zusammen mit dem indischen Aktivisten Kailash Satyarthi erhielt, spielte sie scherzhaft auf ihr Alter an: Sie sei die erste Friedensnobelpreisträgerin, die noch mit ihren jüngeren Brüdern streite. (Malala Yousafzai ist die jüngste und die erste pakistanische Preisträgerin)

© Malala Yousafzai: Aktivistin für weibliche Bildung
© Illustration: Camila Pinheiro

Emma Watson

Mit ihrem ersten Auftritt als altkluge Zauberin Hermine in der Harry-Potter-Filmreihe wurde die britische Schauspielerin Emma Watson 2001 mit gerade mal elf Jahren zum Superstar. Fortan stand der Hollywood-Neuling (Watson hatte zuvor lediglich Schultheater gespielt) im Licht der Weltöffentlichkeit und war in sieben weiteren Verfilmungen der Fantasyromane von J. K. Rowling zu sehen. Nachdem der letzte Teil der Saga abgedreht war, widmete Watson sich ihrem Studium an der Brown University in Rhode Island, das sie 2014 abschloss – und fing an, sich in der Frauenbewegung zu engagieren. 2014 gab Watson vor den Vereinten Nationen in New York City den offiziellen Startschuss für die HeForShe-Kampagne, mit der die Männer stärker in die Diskussion um eine Gleichstellung der Geschlechter einbeziehen will. Das Video von Watsons Rede, in der sie die negativen Auswirkungen von Rollenklischees auf Frauen wie auf Männer hervorhebt, wurde auf YouTube binnen kürzester Zeit millionenfach angeklickt. An einer ergreifenden Stelle verweist Watson auf Hillary Clinton, die im Jahr 1995 Frauenrechte zu Menschenrechten erklärte und betonte, wie viel noch zu tun sei. Das Wort »Feminismus«, so die Schauspielerin, werde allzu oft mit Männerhass in Verbindung gebracht, dabei litten Männer genauso sehr unter einer Welt ohne Gleichberechtigung. HeForShe will Männer und Jungen für den Kampf um Frauenrechte solidarisieren, da dieser alle Geschlechter angeht. und damit quer durch die Gesellschaft Verbündete und Mistreiter in Sachen Gleichstellung gewinnen. Mithilfe der Kampagne sollen quer durch die Gesellschaft Verbündete und Mitstreiter in Sachen Gleichstellung gewonnen werden.

© Emma Watson: Schauspielerin und Aktivistin
© Illustration: Camila Pinheiro

Emmeline Pankhurst

Emmeline Pankhursts Bild einer vollendeten Dame war eine Frau, die sich stets tadellos kleidete, einen kultivierten Lebensstil pflegte und unter allen Umständen militante politische Ansichten vertrat. Zusammen mit ihrer Tochter Christabel stand Pankhurst an der Spitze der 1903 gegründeten radikalen Frauenorganisation Women’s Social and Political Union (WSPU). Enttäuscht vom zurückhaltenden Kurs anderer Gruppierungen, die in Großbritannien für das Frauenwahlrecht kämpften, schlugen die Damen der WSPU einen ungleich schärferen Ton an und ersetzten Protestmärsche und Kundgebungen alsbald durch Brandstiftung, Briefbomben und Säure. Sie warfen Fenster ein, zerstörten Gemälde, ketteten sich an Geländer und zahlten keine Steuern. Das WSPU-Mitglied Emily Davison stürzte sich 1913 beim Epsom Derby vor das Rennpferd des Königs und starb an den Folgen; ihr Tod ging in die Geschichte ein. Als Pankhurst 1913 in die USA reiste, um Gelder für die WSPU aufzutreiben, hatte sie bereits mehrere Gefängnisaufenthalte hinter sich. Vor der Connecticut Women’s Suffrage Association – einer Wahlrechtsorganisation in Neuengland –, hielt sie eine Rede, die ebenso freimütig wie humorvoll-selbstkritisch daherkommt. Darin berichtet Pankhurst von den zahlreichen Hungerstreiks und der Zwangsernährung, die die britischen Suffragetten durchleiden mussten, und prangert die Scheinheiligkeit einer Revolution an, die Frauen nicht miteinbezieht.

© Emmeline Pankhurst: Suffragette
© Illustration: Camila Pinheiro

Die meisten Reden in diesem Buch stammen aus der Zeit nach den 1830er-Jahren. In diesem Jahrzehnt fanden Frauenrechtlerinnen in der westlichen Welt erstmals den Weg auf öffentliche Bühnen – wo sie bis dahin keine nennenswerte Rolle gespielt hatten. Die Reden in »Wenn nicht ich, wer dann?« sollen Inspiration und Kraft schenken. Viel Spaß beim Schmökern!

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