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Zuhause Gefunden – mit Fundstücken Atmosphäre schaffen

Zuhause. Gefunden.

Mit Fundstücken Atmosphäre schaffen

Allesamt sind Sie Jäger und Sammler, die uns in diesem Buch zu sich nach Hause einladen: Menschen mit Sinn für das Schöne schaffen sich mit alten Dingen und Fundstücken aus der Natur ein einzigartiges Zuhause.

Boot kopfüber

Küste

  • Audierne

    in Frankreich
  • Zuhause

    bei Yives & Frau Solange

Wozu ein Eigenheim bauen, wenn man bereits ein Boot hat? Das dachten sich auch Yves und seine Frau Solange und erbauten im französischen Audierne dieses maritime Refugium.

Das Boot steht kopfüber auf einem Holzfundament. Drinnen wie draußen zeugen zahllose Fundstücke von ihren Streifzügen am Strand: Treibholz, Muscheln und kleine Krebsscheren. »Oft sind wir zusammen am Meer. Da regnet es hin und wieder«, erzählt er.

»Dann ist es angenehm, hierher zurückzukommen, Kakao oder Tee zu kochen, den Ausflug zu zeichnen oder über ihn zu schreiben.«

Die Idee für dieses Boot schlummerte eine Weile in ihm. Dazu inspirieren ließ sich Yves von Charles Dickens’ David Copperfield, in dem Mr Peggotty und seine Familie in einem umgebauten Kahn leben.

Das 1950 gebaute Boot war in der Nähe seiner Heimatstadt Audierne zum Krabbenfang genutzt worden. Yves entdeckte es verlassen in einem Jachthafen und ließ es abschleppen. Es wurde umgedreht und auf Stelzen gesetzt. Darunter baute er ein Fundament, versiegelte und isolierte alles und machte es wasserdicht.

Von außen wirkt das Boot eher klein, innen überrascht es mit seinem Platz – trotz der Einrichtung und zahlreicher Fundstücke. Die größte Fläche nehmen am einen Ende ein Doppelbett ein, am anderen ein Tisch mit Sitzbänken.

© Joanna Maclennan

Altes Schulhaus

Land

  • Rensow

    in Deutschland
  • Zuhause

    bei Christina & Knut

Zwei Stunden nördlich von Berlin, in der Dorfidylle von Rensow, findet man das Gutshaus von Christina Ahlefeld-Laurvig, die seit 2010 mit ihrem Mann Knut Splett-Henning auf dem Anwesen lebt.

Das Schulhaus, ist »ein ungeschliffener Diamant«, sagt Knut – einer, den die beiden polierten oder besser: wiederentdeckten. Der Shabby Style ist zurzeit sehr beliebt, für zu Hause und in Restaurants. Aber ohne eine gute Basis wirkt er gekünstelt. Christina und Knut hatten die allemal: Linoleum auf den Böden, Kunststofffenster, dicke Tapetenschichten, moderne Türen und Badezimmer sowie leuchtende Plastiksterne an der Decke. All das rissen sie heraus. Aus praktischen und ästhetischen Gründen. »Die alten und die neuen Materialien vertrugen sich nicht«, erklärt Knut.

»Ich mochte Schnittblumen noch nie«, sagt Christina.

»Lieber hole ich mir etwas Langlebigeres aus der Natur. Etwas, das schon tot ist.«

© Joanna Maclennan

Konvertierte Kirche

Wildnis

  • Boonah

    in Australien
  • Zuhause

    bei Cheryl

In einer hellen Küche in Boonah – einem abgelegenen Städtchen in Queensland, von dem nur wenige Australier je gehört haben – steht eine große, bunte Sammlung von Gläsern, Schalen und Tellern, ganz zu schweigen von Messern, Mörsern und Brettern. 

Nicht die Fülle an Geschirr und Utensilien allein ist interessant, sondern vor allem, dass sie alle aus zweiter Hand sind. »Ich benutze jedes Stück«, betont Cheryl Carr.

»Ich mag keine Massenware. Ältere Dinge haben mehr Durchhaltevermögen, finde ich.«

© Joanna Maclennan

Provenzialisches Stadthaus

Stadt

  • L’Isle-sur-la-Sorgue

    in Frankreich
  • Zuhause

    bei Benedicte

L’Isle-sur-la-Sorgue ist ein hübsches Städtchen in Südfrankreich, berühmt für seine Märkte und Antiquitäten. Der perfekte Ort für jemanden, der
nichts lieber tut, als Flohmärkte nach unerwarteten Schätzen abzugrasen. »Schon als Kind lief ich da neugierig herum«, sagt Benedicte. »Ich liebe
alte und schmutzige Dinge.«

»Ich plane nie«, erklärt sie. »Ich nehme mir Zeit. So entsteht langsam, Stück für Stück, ein rundes Bild.« Und doch strahlt der Ort eine erfreuliche Wandlungsfähigkeit aus, die Benedictes Sammelleidenschaft gut ergänzt. Für Benedicte gehört dazu, »ein Objekt weiterzureichen, Schönheit zu verschenken, loszulassen und jemand anderem eine Freude zu machen«. Mit anderen Worten: Innenräume müssen nicht statisch sein. Sie lassen sich verändern, wann immer man will, und Sammeln ist eine hervorragende Möglichkeit, das zu tun. Einer ihrer liebsten Schätze ist der große Spiegel im Wohnzimmer.

Bei jedem Umzug ist ein Stück mehr abgebrochen, doch sie mag gerade, dass er mit ihr gealtert ist.

»Ich liebe Kaputtes«, sagt sie (und klingt wieder unglaublich romantisch).

© Joanna Maclennan

In einer Zeit, in der Nachhaltigkeit, der Erhalt alter Bausubstanz und Selbstversorgung an Bedeutung gewinnen, dient dieses Buch als Inspirationsquelle. Ein Leben außerhalb gesellschaftlicher Raster und Normen, gestaltet ohne die Massenware der großen Möbeldiscountern. Alltäglichen und umfunktionierten Fundstücken aus der Natur, eingebunden in überraschende und individuelle Wohnkonzepte für ein bewusstes und achtsames Leben – Inspirierend und anregend!

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